Bio-Baumwolle

Als Grundlage der Kleidung die wir täglich tragen, macht Baumwolle in etwa 50 % des weltweit verwendeten Rohstoffs für die Textilindustrie aus. Mehr als Grund genug, im Sinne von den auf WearGanic vorgestellten Klamottenfirmen, einen näheren Blick auf diese für unseren Alltag so wichtige Pflanze zu werfen.

Die Arten der Baumwollpflanze, die für die Textilherstellung geeignet sind, lassen sich in 3 Kategorien einteilen.
Da ist zum einen die GMO-Baumwolle. Diese Art wurde genetisch modifiziert und eine Resistenz gegen Pestizide eingebaut. Dementsprechend werden die Pflanzen mit künstlichem Düngemittel und Pestiziden behandelt.
Sustainable Cotton (nachhaltige Baumwolle) sind Pflanzen, die nicht genetisch modifiziert wurden. Es finden dennoch künstliche Düngemittel und Pestizide im Anbau Verwendung.
Die alte und wieder neu genutzte Organic Cotton (Bio-Baumwolle) wurde nicht genetisch modifiziert. Diese Pflanzen kommen in Kombination mit einer kreislaufbasierten Bewirtschaftung und einem mit viel weniger künstlichem Düngemittel  aus. Auf Pestizide jeglicher Art wird bei dem Anbau der Bio-Baumwolle verzichtet.

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Hierbei sei gesagt, dass sich wie in jedem wirtschaftlichen Bereich die Produkte weiterentwickeln und ständig neue Kreuzungen gezüchtet werden. Vor allem die genmanipulierten Pflanzen werden weiterentwickelt. Aber auch an Saatgut, welches rein biologisch angebaut werden kann, wird gearbeitet um mit dem zurzeit übermäßig vertretenen GMO-Saatgut konkurrieren zu können.

Die Hauptanbaugebiete von Baumwolle liegen in den USA, China und vor allem in Indien. Hierbei hat Indien den größten Anteil von 75 % der Anbauflächen. Insgesamt macht der Anteil der biologisch angebauten Baumwolle jedoch nur einen Anteil von 1 % der weltweiten Produktion aus.

Um einen kleinen Anteil daran zu haben, dieses Verhältnis zugunsten der Bio-Baumwolle zu verschieben, haben wir wearganic.de ins Leben gerufen.

Die Gründe welche für die Unterstützung der ökologischen Textilhersteller und Modelabels sprechen, fassen wir euch kurz in Bezug auf die biologisch angebaute Baumwolle zusammen.

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Für Bio-Baumwolle

Die Textilindustrie ist branchenbezogen der drittgrößte Umweltverschmutzer der Welt. Durch die Pestizide und künstlichen Düngemittel gelangen belastende Stoffe in die Umwelt und das Grundwasser. Ein Beispiel für die Auswirkungen, welche vermutlich (nicht gänzlich beweisbar) unter anderem der Pestizid und Insektizid intensiven Landwirtschaft zuzuordnen ist, ist der in Deutschland über rund 25 Jahre gemessene Rückgang von Fluginsekten um 75 %. Diese dramatische Entwicklung kann auf die Anbaugebiete der Baumwolle übertragen werden.
Dieser Anteil fällt bei der Bio-Baumwolle weg, da die Produktion komplett auf einen künstlichen Pestizid- sowie Düngemitteleinsatz verzichtet.

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Beim Anbau von Bio-Baumwolle wird eine dickere Humusschicht aufgebaut und die Felder dienen im Wechsel nach der Ernte zunächst anderen Nutzpflanzen. Das schont die Fruchtbarkeit des Bodens und die dickere Humusschicht kann Wasser besser speichern. Zusätzlich kommt die positive Tatsache hinzu, dass die nicht genmanipulierten Pflanzen weniger Wasser benötigen.

Durch den Anbau von Bio-Baumwolle kommen natürliche Schutzstrategien der Pflanzen zum Einsatz. Es werden andere Pflanzen zwischen der Baumwolle angesiedelt, welche von Schädlingen bevorzugt werden. Darüber hinaus überleben die natürlichen Feinde der Schädlinge, welche im konventionellen Anbau ebenfalls durch Insektizide abgetötet werden.

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Somit wird die Umwelt geschont, die Artenvielfalt erhalten und die Bauern kommen bei der Ernte nicht mit den giftigen Stoffen der Pestizide in Berührung. Dadurch verbessern sich die Arbeitsbedingungen.

Ein weiterer Aspekt ist die Tatsache, dass die Samen der GMO-Baumwolle durch den Pestizideinsatz zerstört werden. Diese müssen nach jeder Ernte neu eingekauft werden. Dieser Vorgang wird durch die Patentvergabe auf das entwickelte GMO-Saatgut rechtlich festgelegt. Für Bauern mit geringen Möglichkeiten Rücklagen zu bilden, wie den indischen Kleinbauern, können die Verträge mit den Saatgutfirmen wie mit Monsanto, die auf GMO-Saatgut und dem einhergehenden Einkauf von Pestiziden setzen, erhebliche finanzielle Abhängigkeiten bedeuten. Die Produktionskosten steigen an und werden durch Kredite finanziert. Bei schlechten Ernten können die Bauern nicht einmal mehr auf eigenes Saatgut zurückgreifen, da sie vertraglich gebunden sind. Diese Problematik ist weltweit stark verbreitet, da bereits 70 % (Stand 2014) der weltweiten Anbauflächen von Baumwolle mit GMO-Baumwollpflanzen bedeckt sind.

 

Quellen

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